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Verantwortung Nachfolge: Über Scheitern und Erfolg

Wenn wir über Nachfolge sprechen, dann sprechen wir oft über Verantwortung. Verantwortung gegenüber Mitarbeitern, Partnern und Kunden. Verantwortung aber auch gegenüber der Unternehmerfamilie. Verantwortung, das Erbe in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Verantwortung tragen, während man zwischen Konvention, Tradition und dem Drang nach Innovation und Veränderung steckt. Keine leichte Aufgabe. Besonders wenn man sich der eigenen Rolle in diesem Prozess nicht absolut klar ist.

Was dazu oben drauf kommt ist die Angst vorm Scheitern. Angst vorm Scheitern – sie ist in unserer Gesellschaft nach wie vor verankert und gilt als das Symbol des Misserfolgs. In vielen Fällen kann Scheitern auch ein Erfolg sein – ein Lernerfolg. Doch wenn das Scheitern das Schicksal vieler anderer direkt beeinflusst und damit dem zentralen Gedanken der Verantwortung entspricht, dann kann man sich annähernd vorstellen, wieso eine Nachfolge im Familienunternehmen herausfordernd und nicht für jeden der eigene richtige Weg der Nachfolge sein muss.


Kommen wir an dieser Stelle zum zentralen Punkt: Die vermeintlich größte Sorge wenn man sich als Next Gen mit seiner eigenen Rolle im Nachfolgeprozess beschäftigt ist die Sorge, den unternehmerischen Geist der Familie nicht erhalten zu können und in dieser Aufgabe „zu scheitern“. Dabei ist es nebensächlich, ob das die operative Nachfolge im Familienunternehmen oder sonstige unternehmerische Aktivitäten, die die Zukunftsfähigkeit der Unternehmerfamilie erhalten sollen, betrifft. Die auf die sich am wahrscheinlich häufigsten bezogene Statistik zum Thema Nachfolge und Familienunternehmen thematisiert ihr Scheitern: Der Großteil der Familienunternehmen überstehe die dritte Generation nicht. Obwohl empirisch bewiesen ist, dass Familienunternehmen eine weitaus höhere Lebensdauer haben als öffentliche Kapitalgesellschaften, beginnt der Mythos mit genau dieser Aussage: Die meisten Familienunternehmen würden ihre dritte Generation nicht überstehen.


Denkt man an öffentlich ausgetragene Fehden in Unternehmerfamilien à la Murdoch oder Summer Redstone scheint die Gültigkeit der sogenannten „Drei-Generationen-Regel“ in denkbare Nähe zu geraten. Schaut man aber auf andere Forschungsergebnisse zeigt sich ein Bild, das die Landschaft der Familienunternehmen treffender beschreibt. Familienunternehmen dominieren die Listen der erfolgreichsten und beständigsten Unternehmen der Welt, sorgen für Beschäftigung, Wohlstand und Fortschritt. Diese Positionierung wird sie auch weiterhin erfolgreich in ihre Zukunft führen.

Doch woher kommt dieser Mythos dann? Diese Erkenntnis geht zurück auf eine Studie ausgewählter Industrieunternehmen aus Illinois in den 1980er Jahren. Die Überlebensdauer einer Gruppe an Unternehmen wurde analysiert und in 30-jährige Perioden eingeteilt, die einzelne Generationen repräsentieren sollten. Ergebnis: Ein Drittel der Unternehmen schafften es in ihre zweite Generation und nur 13% in ihre dritte. Zuerst muss man bei der Interpretation der Ergebnisse genauestens aufpassen – nur so konnte dieser Mythos erst entstehen. Aber auch Thomas Mann beschreibt in seinem Roman „Die Buddenbrooks, ein Familien(unternehmens)drama“ den Niedergang einer Unternehmerfamilie. Unsere Haus Next Autorin Maya hat in ihrem Artikel für euch bereits zusammengefasst, was wir Next Gens daraus lernen können. In ihm wird ein zweiter Mythos erschaffen: Die erste Generation baut ein Unternehmen auf, die zweite erhält es, die dritte verprasst das Vermögen und die vierte muss sich anschließend neu orientieren.


Wir finden: Diese Sicht auf die Nachfolge ist eindimensional, überholt und schürt Ängste und Bedenken, die fehl am Platz und unbegründet sind. Deshalb setzen wir auf Rollenvielfalt statt Eindimensionalität. Außerdem zeigen genug andere Studien, dass dies so vereinfacht nicht der Fall ist. Es liegt in der Hand eines jeden Einzelnen, die Verantwortung in seiner individuellen Rolle zu übernehmen und persönlich zu entscheiden, welche Verantwortung übernommen werden soll. Dass dies nicht einfach, dafür aber herausfordernd ist, wurde nun mehr als deutlich. Wovon wir allerdings überzeugt sind: Eine erfolgreiche Nachfolge, eine erfolgreiche Übernahme von Verantwortung und die erfolgreiche Überführung des familiären Erbes in die Zukunft hängen davon ab, sich seiner eigenen Rolle im Prozess vollkommen bewusst zu sein. Deshalb fokussieren wir uns so stark auf den Aspekt Rollenklarheit und Rollenvielfalt: Nachfolge ist weder eindimensional noch unendlich fest gemeißelt. Erfolgreiche Nachfolge beginnt bei einem bewusstem Rollenverständnis und einer klaren Haltung zur eigenen Übernahme von Verantwortung. Dabei möchten wir dich bei Haus Next unterstützen indem wir dir eine Plattform bieten, auf der du dich informieren, austauschen und weiterbilden kannst. Gemeinsam schaffen wie einen geschützten Raum, um genau diese Fragen aufzuwerfen und wir unterstützen dich, sie für dich individuell zu beantworten und deine eigene Rolle im Nachfolgeprozess zu finden. Hier kannst du Mitglied in unserem exklusiven Haus Next Circle Netzwerk werden und von vielen Angeboten profitieren. Wir freuen uns auf dich!

Geschrieben von Robert Schacherbauer, Autor bei Haus Next Insights

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