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Wie findest du deinen Yoda? – Mentoring Part II

Was wäre Harry Potter ohne Albus Dumbledore, Luke Skywalker ohne Yoda oder Frodo Beutlin ohne Gandalf? Genau, sie wären ohne Mentor/in und damit vielleicht nie so erfolgreich gewesen.

Er ist nicht größer als ein Rucksack, grün und hat nur wenige Haare auf dem schrumpeligen Kopf – ganz richtig, es handelt sich um den mächtigen Mentor und Großmeister der Jedi: Yoda. Mit weisen Ratschlägen und Geduld hilft er Luke seine Bestimmung zu erfüllen und bildet ihn zum Jedi aus. Er erkennt die starke Macht in Luke und unterstützt ihn bei seinem Werdegang. Damit ist er ein Lehrmeister und Mentor wie er im Buche steht. Yoda ist allerdings nicht der einzige bekannte Mentor: ein weiteres Beispiel ist Mr. Han aus Karate Kid. Der Hausmeister Mr. Han trainiert Dre, der in der Schule schikaniert wird, im Kung-Fu und bereitet ihn für sein erstes Kampfturnier vor, hilft ihm aber auch bei privaten Fragen. Er wird neben Trainer auch zum engen Vertrauten und Freund für Dre. Ein Musterbeispiel für einen Mentor. Hier findet ihr unseren ersten Artikel zum Thema Mentoring, in dem wir die Vorteile dieses Konzepts erklären.  

Diesmal wollen wir uns allerdings genauer damit beschäftigen, wie man, gerade als Next Gen, einen passende/n Mentor/in findet. Ein/e Mentor/in muss keine bestimmten Qualifikationen, Ausbildung oder ähnliches vorweisen können, jeder kann Mentor/in sein oder werden. Die Aufgabe eines/r Mentors/in besteht darin seine Erfahrungen weiterzugeben. Um einen passende/n Mentor/in zu finden, muss sich also jeder erst einmal die Frage stellen, in welchen Bereichen er gern unterstützt werden würde. Es ist auch nicht unüblich mehr als eine/n Mentor/in zu haben. Verschiedene Mentoren/innen für verschiedene Lebensbereiche zu haben ist hilfreich. So wäre Elon Musk beispielsweise ein traumhafter Mentor im Hinblick auf Unternehmensfragen, für Beziehungsratschläge wäre er aber wohl nicht der richtige Ansprechpartner.

Das Schöne ist, dass das private Umfeld meist schon aus zahlreichen und unterschiedlichen Mentoren besteht. Mentoren/innen erkennst du daran, dass sie dir spezifische Ratschläge in ihrem Expertenbereich geben, du sie nach Ideen fragen kannst, sie dich durch Networking unterstützen und dein Potential erkennen und unterstützen. Vollständiges Vertrauen, eine breite Perspektive, ein/e Mentor/in der nicht nur anders denkt, sondern auch das Unternehmen versteht und dem Mentee einige Schritte voraus ist, bieten die idealen Voraussetzungen, um Lektionen zu teilen und so einen Informations- und Ideenaustausch zu bieten, der zur Weiterentwicklung des Handlungsrepertoires des Mentees führt. Ein Mentorenverhältnis muss nicht immer eindeutig ausgesprochen und festgelegt werden, in den meisten Fällen entsteht es organisch. 

Wenn ihr als Next Gen explizit auf der Suche nach einem/r Mentor/in für Fragen rund um das Thema Familienunternehmen seid, vielleicht sogar zur großen Entscheidung, ob ihr das Unternehmen übernehmen wollt, ist es sinnvoll, nach jemandem Ausschau zu halten, der dort ist oder war, wo ihr hinwollt. Es ist hilfreich, wenn sich der/die Mentor/in noch mit dem Problem identifizieren kann. So können sich Mentoren, die vor nicht allzu langer Zeit in derselben Situation waren, an Details und an die eigene Vorgehensweise erinnern und haben mehr Verständnis für die Situation. Die Person des/der Mentors/Mentorin kann dabei jünger sein, das andere Geschlecht haben und auch in einer anderen Branche arbeiten. Das einzige, was am Ende zählt, ist die Expertise in einem Bereich, in dem du besser werden möchtest, bestenfalls hat dein/e Mentor/in auch ein großes Netz an interessanten Kontakten. 

Um eine/n möglichen Mentor/in auf dich aufmerksam zu machen, musst du in einem Gespräch nicht durch tolle Ideen und Antworten glänzen, es geht vielmehr darum, dass du mit guten Fragen beeindrucken kannst. Um passende Mentoren/innen kennenzulernen, könnt ihr einfach auf LinkedIn recherchieren oder euch überlegen, auf welchen Konferenzen sich Leute mit den gewünschten Expertisen aufhalten. Vielleicht habt Ihr und Personen, die interessant sein könnten, gemeinsame Bekannte, über die ein Kontakt hergestellt werden könnte.  Außerdem könntet ihr Eure Bekannten, Freunde und Verwandten im Kopf durchgehen, ob da nicht schon ein guter Gesprächspartner dabei ist mit dem sich ein ernsthaftes Mentorenverhältnis entwickeln könnte. Oder ihr profitiert von den Angeboten bei Haus Next.  

In angelsächsischen Ländern gehört Mentoring schon lange dazu, um die Karriereleiter ein Stück nach oben zu klettern. Es gibt neben dem zufälligen Finden von Mentorships auch die Möglichkeit an professionellen Mentorenprogrammen teilzunehmen – als eine Investition in die eigene Karriere. Hausbewohner im Haus Next können das Peer-to-Peer oder das Cross-Mentoring Programm nutzen. Mitglieder haben außerdem die Chance sich bei Haus Next Circle mit anderen Next Gens auszutauschen – die nächste Haus Night findet am 16. Februar statt, Next Gen Clemens Sommerfeld wird dabei aus dem Nähkästchen plaudern und interessante Einblicke in seinen Werdegang bieten. Denn Tatsache ist: Fast alle Fehler, die wir begehen, wurden bereits von jemandem vor uns schon einmal gemacht. Warum nicht auf diese Fehler verzichten und stattdessen vom Wissen und den Erfahrungen von Mentoren/innen profitieren?

Geschrieben von Viviane Rückner, Autorin bei Haus Next Insights

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