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Denver Clan Staffel 1 Folge 1 – Netflix and Learn Vol. 2

Worum geht’s?

Blake Carrington hat als CEO von Carrington Atlantic alles erreicht – mit dem Familienunternehmen im Energiegeschäft hat er Milliarden gemacht. Seine Tochter Fallon Carrington wartet bereits darauf ihrem Vater als COO zur Seite zu stehen. Als ihr Vater sie zurück nach Atlanta beordert, denkt Fallon es sei endlich soweit, doch anstatt der erhofften Beförderung erwartet sie unerwünschter Familienzuwachs. Ihr Vater Blake hat sich nach nur vier Monaten mit seiner Mitarbeiterin Cristal Flores verlobt und als wäre das nicht schon schlimm genug, hat er ihr als Verlobungsgeschenk die neue COO Stelle angeboten. In Fallons Augen will sich Cristal nur an ihre Familie bereichern und nimmt für sie damit die Position der ungeliebten Stiefmutter ein. Nachdem all ihre Versuche die Beziehung zwischen Cristal und ihrem Vater zu zerstören gescheitert sind, verbündet sich Fallon mit Blakes Erzfeind Jeff Colby, um sich einen eigenen Namen in der Energiebranche zu machen und stellt damit eine ernsthafte Konkurrenz zu den Geschäften ihres Vaters dar. Ein Familiendrama wie es im Buche steht.

Allein die erste Folge der ersten Staffel bietet viele wichtige Einblicke in die Herausforderungen einer Unternehmerfamilie. Daraus kann man als Next Gen viel lernen. 

Fallon arbeitet bereits seit fünf Jahren im Familienunternehmen, leitet seit einiger Zeit das Akquisitionsteam und ihr Vater war in ihrem Alter als sein Vater ihn zum COO machte – in den Augen ihres Vaters ist Fallon jedoch noch nicht bereit in seine Fußstapfen zu treten. Wann jedoch ist der richtige Zeitpunkt den Generationenwechsel einzuleiten und die Übernahme vorzubereiten? Wann ist die nächste Generation soweit und wer entscheidet darüber? Fallon und Blake sind sich in diesem Punkt definitiv uneinig, was den Familienfrieden negativ beeinflusst. Verstärkt wird Fallons Missmut durch die Beförderung von Cristal zum COO – sie ist keine Blutsverwandte, in ihren Augen steht ihr die Position nicht zu. Ein Problem, mit dem sich viele Familien mit eigenen Unternehmen konfrontiert sehen: Zählt alleine die Blutsverwandtschaft? Oder gehören auch Angeheiratete zur Familie? Ganz nach dem Motto „Blut ist dicker als Wasser“ wird Cristal weder von Blakes Kindern noch von seinen Angestellten als neues Familienmitglied anerkannt. Loyalität und Vertrauen sind in einer Familie selbstverständlich, auch in Krisenzeiten, doch wer zählt sonst noch zur Familie? 

Das perfekte Beispiel dafür ist Fallons Bruder Steven Carrington, er ist schwul und hat als Umweltschützer seine große Passion gefunden, wodurch er oft mit seinem Vater aneinandergerät und ihm auch durch Proteste Gewinn gekostet hat. Dennoch gehört er zur Familie. Positiv daran, dass Steven seinen eigenen Weg gewählt hat und sich dagegen entschieden hat, das Familienunternehmen zu übernehmen, ist wohl, dass es keinen Streit zwischen den Geschwistern gibt. Blake hatte früher Steven als seinen Nachfolger in Betracht gezogen, bevor dieser sich gegen die Vorgehensweise seines Vaters stellte. 

Fallons Vision – „the future is female“ – trifft bei ihrem Vater auf wenig Zustimmung. Blake gehört zu der altmodischen Sorte Geschäftsmann, der Verträge gerne auf dem Golfplatz mit alteingesessenen weißen Geschäftspartnern macht und keinen Bedarf sieht neue Vorgehensweisen zu implementieren. Und doch befördert er seine Verlobte gerade weil sie neue Ideen in das Unternehmen einbringt. Die Frage bleibt offen, ob Cristal in der Lage sein wird wirkliche Änderungen im Unternehmen durchzusetzen. 

Obwohl Fallon und Cristal das Unternehmen zukunftssicherer machen wollen und sich ihre Ideen durchaus ähneln, fühlt sich Fallon ganz klar durch die Beförderung Cristals übergangen. Ausgelöst dadurch will sie sich einen eigenen Namen in der Energiebranche machen und aus dem Schatten ihres Vaters heraustreten. Sie will ein eigenes Start-up gründen und ihrem Vater im Energiegeschäft Konkurrenz machen. Jeff Colby holt sie sich dafür als Investor mit ins Boot und schürt dadurch den ewigen Konkurrenzkampf zwischen den Carringtons und den Colbys weiter. Ob ihr neuer Wunsch nach beruflicher Selbstständigkeit wirklich nur daher rührt, dass sie ihre Position als COO nicht bekam oder auch damit zusammenhängt, dass sie nicht mit der überstürzten Hochzeit einverstanden ist, sei dahingestellt. Eines ist jedoch klar, Berufliches und Privates trennen die Carringtons nicht. So sagt ihr Vater schon in der ersten Folge: „Ich bin das Unternehmen!“. Alles im Leben dreht sich um das Familienunternehmen. 

Die Netflix Serie „der Denver-Clan“ ist ein Reboot zur gleichnamigen Originalserie aus den 1980er Jahren. Es sind bereits drei Staffeln veröffentlicht und die Serie wurde im Januar 2020 um eine vierte Staffel verlängert – alle Fans dürfen sich also freuen, es geht weiter mit dem Familiendrama. 

Was also können Next Gens aus der Serie lernen?

  1. Ein Generationswechsel passiert nicht von heute auf morgen. Durch frühzeitige Kommunikation kann der Prozess jedoch für alle Beteiligten gut gestaltet werden. So sollten Fragen wie – Wann steige ich in das Familienunternehmen ein? Wann werde ich befördert? Wie soll ein Generationenwechsel aussehen? – nicht erst am Tag der Entscheidung geklärt werden. Die Carringtons sind dabei kein gutes Vorbild – die Kommunikation zwischen Blake und seinen Kindern ist mehr als schlecht. 
  2. Von seinen Kindern zu erwarten, seine neue Frau Cristal als vollwertiges Familienmitglied zu akzeptieren, nachdem er sie selbst erst seit vier Monaten datet und seinen Kindern erst bei der Verlobung von ihr erzählt, ist vielleicht etwas viel verlangt. „Außenstehende“ bzw. Nicht-Blutsverwandte ins Familienunternehmen aufzunehmen ist jedoch keineswegs eine schlechte Idee, weshalb Next Gens diese nicht komplett ablehnen sollten. Außenstehende können frischen Wind und innovative Ansätze ins Unternehmen bringen. 
  3. Anhand der Carringtons wird deutlich wie wichtig eine gesunde „Work-life-balance“ ist, gerade auch um ein gutes Familienverhältnis zu wahren. Das Berufliche ständig mit dem Privaten zu vermischen, kann auch geschäftliche Entscheidungen negativ beeinflussen.  
Geschrieben von Viviane Rückner, Autorin bei Haus Next Insights

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