Haus Next

5 Fragen an Wolfgang Grupp jun.

5 Fragen – 5 Antworten. Wir sprechen mit Next Gens aus Unternehmerfamilien über die eigene Rolle und Tipps für die Rollenfindung.

Von der Metropole London zurück in das Familienunternehmen im beschaulichen Burladingen: Wolfgang Grupp jun. ist Next Gen und hat sich nach seinem Masterstudium in London entschieden in das Familienunternehmen Trigema einzusteigen. Trigema ist ein Sport- und Freizeitkleidungshersteller und wahrscheinlich vielen wegen der einprägsamen Kampagne mit dem Schimpansen ein Begriff. Was Trigema ebenfalls besonders macht ist, dass die komplette Produktion vom Garn zum fertigen T-Shirt in Burladingen erfolgt.

Das Familienunternehmen wurde 1919 von seinem Urgroßvater gegründet und sein Vater führt es momentan in dritter Generation. Trigema ist ein wahres Familienunternehmen: Vater, Mutter und auch die Schwester von Wolfgang sind operativ im Unternehmen tätig. Nach seinem Einstieg 2014 war Wolfgang erst im Einkauf tätig, mittlerweile verantwortet er den Bereich B2B-Vertrieb sowie die IT-Projektleitung in der Unternehmensleitung.

Wir durften Wolfgang Grupp jun. in unserer zweiten Haus Night, ein digitaler Kaminabend in dem Next Gens aus Unternehmerfamilien aus dem Nähkästen plaudern, am 19.01.2021 begrüßen und mit ihm über seine Rolle im Familienunternehmen, Anekdoten aus dem Leben in einer Unternehmerfamilie und seine Erfahrungen in der persönlichen Rollenfindung sprechen. Für all diejenigen, die die Haus Night verpasst haben oder sich nochmal inspirieren lassen wollen, findet ihr im Folgenden 5 spannende Fragen, die wir unter anderem am gestrigen Abend an Wolfgang Grupp Junior gestellt haben:

1. Wann war der Wunsch klar, dass Du in das Familienunternehmen einsteigen möchtest?

Diese Entscheidung war relativ früh klar. Da wir als Familie seit jeher direkt neben dem Firmengelände wohnen, war der Bezug zum Unternehmen und den Mitarbeitern, seit ich denken kann sehr eng – manche Mitarbeiter kennen mich und meine Schwester Bonita seit unserer Geburt. Da unsere beiden Eltern operativ im Unternehmen tätig sind und uns immer ein sehr positives Bild vermittelt haben, sehe ich es als große Chance, das Familienunternehmen nun mitgestalten zu dürfen. Gleichzeitig ist es natürlich auch eine große Verantwortung, die man trägt und die man so auch ankennen muss. In meiner persönlichen Rollenfindung als Next Gen habe ich das Familienunternehmen immer als großartige Chance wahrgenommen. Am Ende des Tages war es allerdings keine Frage ob, sondern wann ich in das Familienunternehmen einsteige.

2. Haben Du und Deine Schwester sich bestimmte Ziele gesetzt, wann Ihr die angetretene Nachfolge als Erfolg bewertet?

Bei der Frage der Nachfolge haben meine Schwester Bonita und ich uns keine Benchmarks gesetzt, was einen erfolgreichen Prozess für uns ausmacht. Wir messen unseren Erfolg daran, ob wir von den Mitarbeitern akzeptiert werden und unserer Verantwortung gerecht werden.  Wir wollen die Nachfolge nicht antreten, weil unser Vater der Geschäftsführer ist, sondern, weil wir es auch können und die richtige Vision für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens haben. Für mich persönlich muss es sich in meiner Rolle im Unternehmen richtig anfühlen und das merkt jeder Next Gen selbst, ob er die richtige Rolle gefunden hat oder noch weitersuchen muss.

3. Mit 22 Jahren bist Du vergleichsweise schnell ins Familienunternehmen eingestiegen. Würdest Du rückblickend wieder genauso handeln und was hat Dich dazu bewogen?

Für mich war es eine großartige Chance, nach meinem Masterstudium und Praktika bei anderen Unternehmen direkt einzusteigen. Das hat mir erlaubt, mich langsam in das Unternehmen und die bestehenden Prozesse einzuarbeiten und anfangs auch den ein oder anderen Fehler zu machen. Das Vertrauen zu den Mitarbeitern und auch zu der Elterngeneration muss man aufbauen, so gelingt ein guter Nachfolgeprozess. Dass Fehler anfangs weniger Gewicht hatten, hat mir erlaubt daraus zu lernen, damit ich sie bei der Übernahme nicht wiederhole. Deshalb würde ich es auch im Nachhinein wieder so machen: Der frühe Einstieg ermöglichte mir, meine Rolle zu finden, mich weiterzuentwickeln und Akzeptanz aufzubauen für mich und meine Arbeit.

4. Welches Zitat würdest du an das schwarze Brett in unserem digitalen Haus Next schreiben, das alle MitbewohnerInnen lesen sollen?

Wenn ihr das Privileg habt, als NachfolgerIn antreten zu dürfen, dann nutzt diese Chance.

Wolfgang Grupp jun.

Wenn du Next Gens eine Weisheit für Ihre Rollenfindung mitgeben könntest, welche wäre das?

Wenn man sich mit der eigenen Rollenfindung beschäftigt und mit dem Gedanken an einen Einstieg in das Familienunternehmen spielt, dann würde ich folgenden Rat geben: Man muss es versuchen und man darf nicht ewig darüber nachdenken. Natürlich spielen die aktuellen persönlichen Umstände – wie zum Beispiel mein Leben und mein Freundeskreis in London damals – eine entscheidende Rolle. In diesem Zuge war der Einstieg verbunden mit einem Umzug zurück in meine Heimat eine große Umstellung, aber die Chance, das Familienunternehmen mitzugestalten, hat mich mehr gereizt. In diesem Sinne: mutig sein, lernen wird man dabei definitiv etwas.

Wir möchten uns noch einmal herzlichst bei Wolfgang Grupp jun. bedanken und freuen uns auf unsere nächste Haus Night mit Clemens Sommerfeld am 16.02.2021. Den Link zur Anmeldung findet ihr hier.

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