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Wer ist dein Yoda? – Mentoring Part I

Was wäre Harry Potter ohne Albus Dumbledore, Luke Skywalker ohne Yoda oder Frodo Beutlin ohne Gandalf? Genau, sie wären ohne Mentor/in und damit vielleicht nie so erfolgreich gewesen.

 

Eine/n Mentor/in zu haben, scheint ungemein viele Vorteile mit sich zu bringen. Eine Vertrauensperson, die einen bei beruflichen und privaten Schwierigkeiten und Herausforderungen beiseite steht und unterstützt. Das Konzept des Mentoring ist jedem ein Begriff, aber was genau steckt dahinter? Ist die Idee eine/n Mentor/in zu haben in unserer heutigen individualistisch geprägten Gesellschaft ein veraltetes Konzept? Wer kann Mentor/in sein? Was ist die Aufgabe eines/r Mentors/in? 

Die Idee des/r Mentors/in entstand vor rund zweitausend Jahren, als Odysseus seinen Freund, einen gebildeten Mann namens Mentor bat, während seiner Abwesenheit seinem Sohn Telemach ein Ziehvater zu sein und dieser die Rolle des väterlichen Freundes und Erziehers übernahm. Laut Duden ist ein/e Mentor/in ein/e Fürsprecher/in, Förderer und/oder erfahrene/r Berater/in.

Die Beziehung zwischen Mentor/in und Mentee ist sehr individuell – ein/e Mentor/in kann ein enge/r Freund/in, Verwandte/r, Vorgesetzte/r, Kollege/in oder aber sogar ein/e professionelle/r Mentor/in sein. Mentoren zeichnen sich dadurch aus, ihrem Mentee durch ihre eigenen Erfahrungen und Kenntnisse weiterzuhelfen. 

Doch wie sieht es bei jungen Menschen – der Next Gen – in Unternehmerfamilien aus? Wie können sie von einem/r Mentor/in profitieren? Mit der Überlegung der eigenen Rolle in der Unternehmerfamilie geht nicht nur die Verantwortung für einen selber einher, sondern auch der Familie und eines Unternehmens – Next Gens können in ihrer Rollenfindung in der Unternehmerfamilie von einem/r geeigneten Mentor/in profitieren. Welche Rolle nehme ich in meiner Familie bzw. im Familienunternehmen ein? Was für eine Aufgabe bzw. welche Verantwortung habe ich? Welche Möglichkeiten habe ich? Was für Rollen gibt es? Wie kann ich mit meiner Rolle in der Familie bzw. im Familienunternehmen umgehen? Wie kann ich meine Rolle verändern, um meinen Einfluss bzw. meine Verantwortung zu erhöhen oder zu senken? 

Wer, wenn nicht ein/e gute/r Mentor/in, kann hilfreich zur Beantwortung dieser Fragen zur Seite stehen? Ein/e Mentor/in ist meist kein enges Familienmitglied, oft sogar ein Unbeteiligter und daher unbefangen, neutral und besitzt damit die notwendige Distanz.  Einige von euch haben eventuell schon eine Vertrauensperson mit der sie Ängste, Herausforderungen und Ziele besprechen ohne sie eine/n Mentor/in zu nennen. Es macht Sinn, diese/n Mentor/in zu identifizieren, mit ihm das Mentorenverhältnis zu besprechen und es so optimal zu nutzen. Mit dem richtigen Feedback und individueller Beratung können laufbahnbezogene aber auch psychosoziale Ziele, wie Teamfähigkeit, Misserfolgsverarbeitung, Stressverarbeitung, Durchsetzungsfähigkeiten und auch generelle Führungsqualitäten maßgeblich verbessert werden. Bei der richtigen praktischen Umsetzung können Mentorships effektive Fördermittel sein. 

Nach den bisherigen Erfahrungen verspricht dieses Konzept also ausgezeichnete Wissensvermittlung und Kompetenzaufbau. Eines der bekanntesten Beispiele für erfolgreiches Mentoring ist Ernest Rutherford: der Entdecker des Protons hat für seine wissenschaftlichen Leistungen einen Nobelpreis gewonnen, viel verblüffender jedoch waren seine Leistungen als Mentor: Elf seiner Schüler und Teammitglieder wurden selbst mit einem Nobelpreis ausgezeichnet. Seinen eigenen Erfolg verdankt Rutherford seinem Mentor Joseph John Thomson, der seinerseits auch einen Nobelpreis erhalten hatte. Einen weiteren Beweis für die Wirksamkeit von Mentoring-Programmen gibt Gerard R. Roche: 1979 zeigte er mit einer Studie, dass ca. 4000 der erfolgreichsten Wirtschaftsführer in den USA (gelistet im Wall Street Journal) einen Mentor hatten – im Vergleich zu Wirtschaftsführern ohne Mentor verdienten diese schon weitaus früher mehr Geld oder erreichten höhere Bildungsabschlüsse.  

Aber welche Kriterien sollte nun ein/e geeignete/r Mentor/in erfüllen? Das nächste Mal werden wir uns daher mit der Frage „Wie finde ich meinen Yoda?“ beschäftigen. Bis dahin, wie es Yoda, der Mentor aller Mentoren, so passend sagt: „Möge die Macht mit dir sein!“

Du suchst einen passenden Mentor für dich? Werde Hausbewohner im Haus Next und profitiere von unserem Peer-to-Peer oder Cross-Mentoring Programm. 

Geschrieben von Viviane Rückner, Autorin bei Haus Next Insights

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