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Das UnternehmerInnen-Gen

Willkommen bei Next Gen Unplugged! Unser Format, das deine Wünsche, deine Sorgen und deine Fragen zu deiner Rolle in der Unternehmerfamilie behandelt.

 

Gibt es das? Ein UnternehmerInnen-Gen? Werden manche Menschen dazu geboren, UnternehmerIn zu sein? Welche Rolle spielt die Erziehung? Heute möchten wir uns mit der Frage beschäftigen, wie du als Next Gen dein UnternehmerInnen-Gen entdeckst.

Forscher haben herausgefunden, dass die Gene neben der Erziehung einen Teil dazu beitragen, erfolgreiche UnternehmerInnen hervorzubringen. Familienunternehmen, die das Unternehmen in bereits dritter oder vierter Generation durch Wirtschaftskrisen, Technologie-Revolutionen und Wirtschaftswunder gelenkt haben, sind ein Beispiel dafür, dass man unternehmerischen Erfolg scheinbar weiterreichen kann. Doch was ist wirklich dran am ominösen UnternehmerInnen-Gen?

Der frühe Kontakt mit strategischen Entscheidungen und wirtschaftlichen Themen am Frühstückstisch oder die Börsennachrichten im Radio auf dem Weg zur Schule sind sicherlich ein guter Startpunkt, um unternehmerisches Interesse zu wecken. Laut Nikolas Franke, Leiter des Instituts für Entrepreneurship und Innovation an der Wirtschaftsuniversität Wien, spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, um erfolgreich als UnternehmerIn zu werden: Umwelteinflüsse, Sozialisation und teilweise der Zufall. Dennoch lasse sich eine 40 %-ige Vererbbarkeit feststellen, die unternehmerischen Geist unabhängig von der Sozialisation wecke, so Francke. Es gibt zwar nicht das eine Gen, das einen Menschen zum Erfolg führt, aber es gibt bestimmte vererbbare biochemische Merkmale, die die spätere Entscheidung für das Unternehmertum durchaus fördern. Es sind also nicht nur die Gespräche beim Essen, bei denen man als Kind dabei sitzt. Einige der Merkmale, die als förderlich erkannt wurden, sind eine höhere Risikobereitschaft, Extrovertiertheit und Vertrauen. Das sind Beispiele für Merkmale, die nach dem Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit in den Genen angelegt sind. Der grundsätzliche Gedanke ist deshalb, dass nicht Unternehmertum per se vererbbar ist aber besondere Persönlichkeitsmerkmale vererbbar sind, die im späteren Verlauf des Lebens günstig für die Entscheidung sind, selbst unternehmerisch aktiv zu werden.

Die Meinungen in dieser Frage gehen auseinander: Der Psychologe und ehemalige Direktor des Instituts für Familienunternehmen an der Universität Witten-Herdecke, Arist von Schlippe, führt unternehmerischen Geist bei Next Gens auf den sozialen Prozess zurück. Er beschreibt die Wechselbeziehung zwischen der Zuschreibung und der Übernahme von Verantwortung als Grund, weshalb Next Gens in vielen Fällen eigene unternehmerische Ambitionen haben – sei es in Form der Unternehmensnachfolge oder in einer eigenen Gründung. Auch Dominique Otten-Pappas, die heute im Beirat des Familienunternehmens Famos Immobilien tätig ist, sagt dazu: “Man spürt die Verantwortung sehr deutlich.”

Genau das unterstreicht auch eine Studie des Friedrichshafener Instituts für Familienunternehmen, aus der hervorgeht, dass 70% der 315 befragten Next Gens die Verantwortung spüren und sich somit nicht leichtfertig Gedanken zur eigenen Rolle im Familienunternehmen machen. Selten hatte eine Generation so viele Möglichkeiten wie aktuell. Dennoch ist die Verbundenheit zum Familienunternehmen nach wie vor omnipräsent wenn man mit Next Gens spricht. Der Großteil der Next Gens lehnt es aber ab, ihren beruflichen Werdegang ausschließlich am Familienunternehmen zu orientieren – allerdings studieren ebenfalls zwei Drittel der Next Gens Betriebswirtschaftslehre. Spricht das für die Existenz des UnternehmerInnen-Gens?

“Vision ist der Grundpfeiler der unternehmerischen Architektur”

Burns, 2005

Man kann nicht abstreiten, dass die Herkunft aus einem Familienunternehmen einen wesentlichen Teil dazu beiträgt, selbst unternehmerisches Interesse zu entwickeln. Inwiefern die erbliche Veranlagung dabei eine Rolle spielt? Darüber lässt sich streiten. Was man sicherlich sagen kann: die Sozialisation in einer Unternehmerfamilie sowie die Möglichkeit der Vererbung von günstigen Persönlichkeitsmerkmalen erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass du das “UnternehmerInnen-Gen” in dir trägst. In einem unserer letzten Artikel haben wir dir verschiedene Wege aufgezeigt, die du als Next Gen einschlagen kannst. In allen Optionen spielt unternehmerischer Geist eine große Rolle. In unserem holistischen Ansatz sehen wir immer die Unternehmerfamilie, deren Mitglieder durch unternehmerisches Engagement die Zukunftsfähigkeit der Familie sichern. Diese Perspektive geht über die bloße Betrachtung des Familienunternehmens hinaus und eröffnet damit vielfältige Möglichkeiten der Rollenfindung innerhalb der Unternehmerfamilie. Egal für welchen Weg du dich entscheidest, am Anfang stehen Vision und Idee. Deshalb starten wir mit deinem ganz persönlichen “Why.” Sei gespannt auf den nächsten Artikel, der dein “Why” ans Tageslicht bringen wird.

 

In diesem Sinne wünschen wir dir und deiner Familie schöne und besinnliche Feiertage und bereits jetzt einen großartigen Start in das Jahr 2021 voller Tatendrang und neuer Ideen. 

 

Liebe Grüße,

Dein Haus Next Team

Geschrieben von Robert Schacherbauer, Autor bei Haus Next Insights

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