Haus Next

Joint Venture – Netflix and Learn Vol. 1

Alle Next Gens aufgepasst! Netflix bietet nicht nur Entspannung und Ablenkung, sondern du kannst dabei auch etwas für dich und deine
Unternehmerfamilie lernen! Serien können interessante Einblicke in Familienunternehmen geben. Starten wir also mit unserer ersten Netflixserie für Next Gens: Joint Venture – aber Achtung: Spoiler-Alarm!



Worum geht’s?

In Joseph Hazar steckt Unternehmergeist, er sprudelt nur so vor Geschäftsideen, die bisher leider alle erfolglos blieben. Als sein Vater ihm das Familienunternehmen – eine koschere Fleischerei – übergeben möchte, ist er anfangs wenig begeistert. Aber als in Frankreich dann das Gerücht aufkommt, dass Marihuana legalisiert werden soll, wittert er seine große Chance! Er plant die Fleischerei in einen Coffee-Shop umzuwandeln – eine großartige Möglichkeit, um schnell an viel Geld zu kommen und dadurch auch das Familiengeschäft, das kurz vor der Insolvenz steht, zu retten. Zusammen mit seinem Kumpel Olivier versucht er an das nötige Kapital und den Stoff zu kommen. Der Weg ins Unternehmertum ist kein einfacher, Joseph hat viele Hürden zu überwinden, die den meisten Next Gens aus eigener Erfahrung bekannt sein dürften. 

Angefangen mit der wichtigsten Frage: möchte ich das Familienunternehmen übernehmen? Auch bei der Familie Hazan war die Übernahme lange ungewiss. So sieht sich Joseph eher in der Gründerszene und möchte seine eigenen Ideen umsetzen und keine kurz vor der Insolvenz stehende Fleischerei übernehmen. Und auch seine Schwester Aure ist weniger am Familienunternehmen interessiert und plant nach Japan auszuwandern. Die Idee die Fleischerei aufzugeben und zu verkaufen gefällt ihnen jedoch auch nicht – ist es am Ende doch das Familienunternehmen.

Dabei kommt in der Serie auch der altbekannte Generationenkonflikt zum Tragen. Um die Fleischerei vor der Insolvenz zu retten müssen drastische Maßnahmen ergriffen werden – neue innovative Ideen und Umstrukturierungen sind notwendig. Der Vater hängt an der Fleischerei wie sie bisher war, Joseph möchte Neues ausprobieren.

Vater Gérard hat allerdings wenig Vertrauen in die Schnapsideen seines Sohnes. Als Next Gen kann man sich allerdings in Sachen Überzeugungskraft und Risikobereitschaft die eine oder andere Sache bei der Figur des Joseph abschauen. So schafft er es schließlich genug Leute für seine neue Idee, aus der Fleischerei einen Marihuana-Shop zu machen, ins Boot zu holen. 

Von Fleischerei zu Fleischer-high – am Ende ein Familienprojekt.

Nachdem das Vertrauensproblem und anfängliche Kommunikationsschwierigkeiten überwunden waren, wurde also ein neues Familien-Start-up geboren. Dabei taucht die nächste wesentliche Frage auf: wer soll mitmachen? Alte Geschäftsfreunde oder neue? Oder eine Mischung? Auch hier gibt Joint Venture spannende Praxiseinblicke. So gibt ein alter Bekannter der Schwiegermutter den entscheidenden Anstoß, um womöglich den ersten legalen Coffee-Shop Frankreichs zu eröffnen. Josephs Kontakte sind dabei unabdingbar um das nötige Startkapital zu beschaffen.

Die Serie zeigt wie wertvoll es ist, als eingespieltes Team, als Familie, zusammenzuarbeiten. Innerhalb der Familie kennt man die Schwächen und Eigenheiten der anderen und kann sich dadurch besser gegenseitig ergänzen. Joseph und sein Vater haben die Ideen und die nötige Risikobereitschaft, Josephs Schwester stellt die Stimme der Vernunft dar und seine Großmutter ist ein wichtiger Antreiber und hilft bei der praktischen Umsetzung. Zusammen beweisen sie als Familie den nötigen Mut und die Risikobereitschaft, um das Familienunternehmen zukunftssicher umzugestalten. Das neue gemeinsame Projekt einen Coffee-Shop zu eröffnen schweißt die Familie zusammen. 

Dabei wird auch hier deutlich, wie wichtig eine offene Kommunikation für die Zusammenarbeit ist, gerade innerhalb der Familie, da Geschäft und Privates schwierig zu trennen sind. Zusammenhalt in allen Situationen ist dabei das A und O. 

Am Beispiel von Joseph als Next Gen wird klar, dass es nicht nur die beiden Optionen gibt ins Familienunternehmen ganz einzusteigen oder gar nicht. Mit seiner neuen Start-up Idee hinterfragt er das bestehende Nachfolgermodell und zeigt, dass mit der Neugründung des Coffee-Shops das bestehende Geschäftsmodell – die Fleischerei – zwar völlig verändert wird, die Familie dennoch eine unternehmerische bleibt. Damit demonstriert Joseph wie man seinem Wunsch nach Selbstverwirklichung als Next Gen nachgehen kann und gleichzeitig die Unternehmerfamilie, die hinter jedem Familienunternehmen steht, als solche bestehen bleiben kann.  

Die Serie zeigt die Besonderheiten mit der eigenen Familie zusammenzuarbeiten und die damit verbundenen Vor- und Nachteile. Die Serie demonstriert auch die Schwierigkeiten alteingesessene Strukturen und Familienbande aufzubrechen, um Familienunternehmen neu zu strukturieren. 

Nach gemischten Kritiken können sich Joint Venture Fans freuen, nach der zweiten Staffel die dieses Jahr erst herauskam, soll im Herbst 2021 eine dritte Staffel auf Netflix erscheinen.  Also schaut euch die Serie an, wenn ihr wissen wollt, wie erfolgreich Josephs neue Geschäftsidee ist und wenn ihr euch noch mehr Praxistipps als Next Gens abschauen wollt.

Was also können Next Gens aus der Serie lernen: 

  1. Seid mutig und risikobereit – vertraut auf euren Erfindergeist!
  2. Kommunikation ist das A und O für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Familie – keine Scheu vor Konflikten!
  3. Es braucht manchmal verrückte Ideen, um ein Familienunternehmen zukunftssicher umzugestalten!
Geschrieben von Viviane Rückner, Autorin bei Haus Next Insights

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